Aero-Club tauft Halle nach einem verstorbenen Mitglied


Erinnerung an den verstorbenen Flugkameraden Hans-Dieter Gering - Feierstunde

GELNHAUSEN (tj). "Elf Jahre war er alt, als H.-D. das erste Mal in Gelnhausen die Flugzeuge des neugegründeten Aero-Clubs 1950 starten und landen sah", erzählte Bernd Boelts, erster Vorsitzender des Vereins, am Donnerstag Abend. Er hielt seine Rede über den kürzlich verstorbenen Flugfreund Hans-Dieter Gering, nach dem der Club nun eine Halle auf dem Flugplatzgelände benannt hat. Die damals in den 80er-Jahren ursprünglich als Provisorium errichtete Halle heißt nun "H.-D. Gering-Halle". Rund 100 Mitglieder und Gäste, darunter auch Männer der Gründungszeiten, kamen, um der Hallentaufe und Ehrung eines ganz besonderen Mitgliedes beizuwohnen.

"H.-D.", wie ihn alle nannten, war ein Gebertyp. "Immer hilfsbereit stand er jedem, der ein Problem hatte, mit Rat und Tat zu Seite", berichtete Boelts. Gering war zunächst Segelflieger, anschließend auch Motorflieger. Er kannte sich in der Flugzeugtechnik aus und arbeitete mit viel Einsatz und hohem Zeitaufwand als Werkstattleiter, technischer Leiter, Flugzeugwart und auf dem Tower als Flugleiter.

Hans-Dieter Gering und der Flugplatz Gelnhausen gehörten einfach zusammen, so der Vorsitzende. "Ich war sehr beeindruckt von ihm, als er nach dem Entzug seines Flugscheins weiter arbeitete. Für viele andere Flieger wäre dieser Moment der Todesstoß gewesen, aber unser H.-D. blieb weiter im Club aktiv. Unter anderem zeigte mir Hans-Dieter Gering hier in seinem Verhalten seine wahre Größe", lobte Boelts weiter.

Jahrelang organisierte Gering die Flugplatzkerb und verbrachte einen Großteil seines Lebens auf dem Gelände des Aeroclubs. So auch bei der jährlichen Übernachtung auf dem Flugplatzgelände. Das kleine Biwak nannten sie den "Ausfall", nach dem Vorbild der Römer in der Geschichte "Asterix und Obelix".

"Hans-Dieter Gering hat sich für unseren Verein geradezu aufgeopfert und wie keiner von uns diese Ehrung verdient", schloss Boelts seine Rede. Nach der Enthüllung des neuen Namenschildes feierten die Besucher ihren" H.-D." mit Freibier und kleinen Geschichten aus dem Leben ihres Fliegerfreundes, der nun ein kleines Denkmal bekam.

Gelnhäuser Tageblatt vom 02.06.2007