Hoch über Gelnhausen wie ein Vogel im Wind

von Claudia Bravo Lutz

GELNHAUSEN. Das Osterlager des Aero-Clubs Gelnhausen bot den Mitgliedern des Vereins die Möglichkeit, nach der langen Wintersaison ein intensives Flugtraining zu betreiben. Bereits das sechste Mal in Folge fand die Veranstaltung, die bei den Vereinsmitgliedern auf großen Anklang stieß und gestern beendet wurde, statt. Diesmal konnten sowohl die Jugendlichen als auch die Erwachsenen des Vereins teilnehmen. Darunter auch der jüngste Flugschüler, der bereits mit 14 Jahren alleine fliegen darf, und der älteste Flugschüler, der im Alter von 70 Jahren seinen Luftfahrschein für Segelfliegen machte. Denn: Beim Segelfliegen gibt es keine Altersgrenze nach oben. Jeder Jugendliche ab 14 Jahren und jeder Junggebliebene, dem es der Fliegerarzt erlaubt, kann Segelflieger werden. Die Teilnehmer des Osterlagers brauchten jedoch noch nicht ihren Luftfahrschein. Die Ferien konnten sie nutzen, um für diese Zulassung zu trainieren.

Theorie und Praxis

Der Vorteil am Osterlager war, dass die Flugschüler mehrere Tage am Stück, und nicht nur - wie sonst - am Wochenende fliegen konnten. Somit hatten sie auch bei schönem Frühlingswetter die Möglichkeit, längere Übungen zu fliegen. Die Ausbildungsleiterin mit drei weiteren ehrenamtlichen Lehrern betreute die Schüler des Lagers.

Bis zur fertigen Ausbildung zum Segelflieger ist es ein langer Weg. Im Allgemeinen hängt es von jedem Flugschüler selbst ab, nach welcher Zeit er den ersten Solostart macht. Dieser kann nach wenigen Wochen oder erst nach Monaten erfolgen. Bei der Schulung in einem Verein stehen für die Ausbildung in der Regel nur die Wochenenden und Feiertage zur Verfügung. Daher dauert die Ausbildung länger als in den gewerblichen Flugschulen, ist jedoch meistens preiswerter. Die Ausbildung beinhaltet aber nicht nur das Segelfliegen an sich, sondern auch die Theorie. Die Flugschüler müssen Fächer wie Navigation, Meteorologie und Technik belegen.

Segelfliegen bedeutet Teamarbeit, denn um einen Segelflieger in die Luft zu bekommen, braucht man eine ganze Mannschaft. Die Flugerlaubnis erteilt ein Navigier aus dem 'Tower', wo die Flugverhältnisse beobachtet werden. Das Segelflugzeug, das keinen eigenen Motor zum Starten hat, wird durch den Windenschlepp oder ein Motorflugzeug in die Luft gezogen. Auch für den Windenschlepp braucht man einen speziellen Schein, da man auch hier eine große Verantwortung trägt. Das Flugzeug muss entsprechend der Windstärke in einer gewissen Geschwindigkeit in die Luft gezogen werden.

Zeitaufwändiges Hobby

In der Luft ist der Flieger dann auf sich selbst gestellt, ist aber über Funk mit dem Bodenpersonal verbunden. Das Seil, das mit dem der Segelflieger in die Luft gezogen wird, löst sich und wird vom Windenschlepp eingezogen. Mit dem 'Lepo' wird das Seil wieder an den Start gebracht, damit der nächste Segelflieger in die Luft steigen kann. Der 'Lepo' ist ein Auto, das früher einmal ein Opel war. Um keine Werbung zu machen, drehten die Mitglieder des Aero-Clubs den Namen 'Opel' um und so ergab sich der Name 'Lepo'. 'Segelfliegen ist ein sehr schönes, aber auch ein sehr zeitaufwändiges Hobby', berichten die Teilnehmer des Osterlagers.

Die Flugschüler mussten trotz Ferien morgens um neun Uhr auf dem Flugplatz erscheinen, dann wurden gemeinsam die Vorbereitungen getroffen. Die Flugzeuge mussten aus dem Hangar geholt und überprüft werden. Erst wenn alles kontrolliert wurde, konnte es losgehen. Bei Schäden müssen die Vereinsmitglieder selbst Hand anlegen, um die Kosten möglichst gering zu halten.

All die Mühe lohnt sich, denn Segelfliegen ist einer der schönsten Arten zu fliegen. Es ist die Flugart, die dem Fliegen des Vogels am ähnlichsten ist.

     
   
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